ÄSTHETIK IM
STADTBILD

BETON, ÖDNIS UND LEERE

Mit großer Sorge nehme ich die Entwicklung und den Ist-Zustand der Städte in unserem Land wahr – aber selbstverständlich gibt es darunter immer auch sehr „positive“ Beispiele (!) – und muss schon fast ohnmächtig feststellen, welch trostlose, leere und verödete Wirkung die allermeisten Stadt- und Ortskerne auf mich haben. 

Der Gang durch unsere Innenstädte erzeugt in mir mittlerweile regelrecht einen starken Energieverlust – schnellstmöglich muss ich mich dann davon entfernen und suche, sobald mir eben möglich, einen Ausgleich in der Natur.

Dies war nicht immer so. Ein Stadtbummel war früher inspirierend, belebend und machte viel Spaß. Es gab viele tolle Städte in unserem Land, in denen ein wunderschönes Flair herrschte – weltoffen und mit viel Atmosphäre. Doch all diese Städte – und dies ist ja bei weitem kein Geheimnis – gleichen sich Schritt für Schritt zusehens aneinander an, allerdings nicht im positiven Sinne, sondern mit jener Wirkung wie oben beschrieben. Dies hat auch Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel.

Es überwiegt mittlerweile eine zweckorientierte, discounterartige, kalte und techniklastige Bauweise  und eine pragmatische „Gewerbe“-Architektur, sogar inmitten der Innenstädte. Beton, nochmals Beton, knallbunte Schilderwälder in extrem billigen Farbtönen – neuerdings auch allerorts tausendfach die sogenannten „Beach Flags“ – und analoge sowie digitale Werbung, wohin das Auge auch nur blickt.

Gebäude, große Freiflächen und sämtliche Elemente werden von Firmen, vor allem von großen Märkten und Discountern, ihrer Corporate Identity wegen (!) großflächig in deren knallbunten  Logo-Farben (meist Primärfarben) gestaltet. So etwas wirkt sich einfach brachial auf die Landschaft und auf ein Stadtbild aus.

Profitorientierte Lösungen, die eine völlige Reizüberflutung verursachen und eine gefühlte Leere und „Unkultur“ erzeugen, gehen ungebremst zulasten von Mensch, Tier und Natur.

Allerdings gibt es mittlerweile auch einige Orte, in denen man das Gefühl bekommt, dass sich diesbezüglich schon etwas verbessert – und das ist ein echter Lichtblick.